Aktuelles

Samstag, 05. Mai 2001

Lösch- und Evakuierungsübung Bezirksalten- und Pflegeheim

Das Bezirksalten- und Pflegeheim liegt westlich an der Weilhartlandesstrasse, dem Hauptverkehrsweg durch die Marktgemeinde Ostermiething. Östlich erhebt sich ein Steilhang, der zur Kirche führt und die Arbeiten der Feuerwehr extrem erschwert. Das Objekt wurde 1983 bezogen und besteht im linken und mittleren Trakt aus dem früheren Krankenhaus. Der rechte Gebäudetrakt wurde damals neu errichtet. Das Gebäude ist seit 1998 mit einer automatischen Brandmeldeanlage ausgestattet, die dem Stand der Technik entspricht und eine wesentliche Verbesserung der Alarmierung ergibt. Den Einsatzkräften steht weiters ein aktualisierter Brandschutzplan zur Verfügung. Das Heim wird derzeit von 64 pflegebedürftigen Personen und 51 Altenheimbewohnern belegt. In Summe also 115 Bewohner, die von 49 Personen betreut werden. In der Nachtzeit sind zwei Mitarbeiter des Pflegepersonals anwesend. Der Träger des Bezirksalten- und Pflegeheim ist der Sozialhilfeverband Braunau am Inn, der sich aus den 45 Gemeinden des Bezirkes zusammensetzt.
Seit der Inbetriebnahme des Gebäudes wurden 5 Brandeinsätze registriert, die ein Eingreifen der Feuerwehr Ostermiething erforderten. Die Schadensereignisse waren jeweils lokal begrenzt, sodass bisher eine Evakuierung von Personen nicht notwendig war.

Einsatztaktik Feuerwehr:

Um den Anforderungen eines Großschadensereignis gerecht zu werden, wurde ein Sonderalarmplan erstellt. Der Alarmplan, siehe Anhang, gliedert sich in vier Alarmstufen.

Alarmstufe I

Feuerwehr Ostermiething und Ernsting

Alarmstufe II

Feuerwehr Tarsdorf, Energie AG und Tittmoning mit der Aufgabe zur Bildung der drei Einsatzabschnitte.

Alarmstufe III

Feuerwehren, mit der Aufgabe die Einsatzabschnitte zu unterstützen und die Drehleiter Oberndorf.

Alarmstufe IV

Feuerwehren aus dem weiteren Umkreis, die den Personentransport vom Einsatzobjekt zum Triageraum sichern sollen + Drehleiter Burghausen

Das unmittelbare Schadensereignis wird von den Feuerwehren der Alarmstufe I bearbeitet. Weiters werden von diesen Feuerwehren der Atemschutzsammelplatz und die Einsatzleitstelle errichtet. Die Feuerwehren der Alarmstufe II bilden Einsatzabschnitte, die sich mit den Brandabschnitten im rechten, mittleren und linken Gebäudeteil decken. Die Zuständigkeit ist also gebäudetechnisch vertikal strukturiert. Die Hauptaufgabe der Feuerwehren der Alarmstufe II bis IV ist die Evakuierung der Heimbewohner.

Unsere Annahmen für ein Großschadensereignis beziehen sich auf einen lokal begrenzten Brand, der jedoch eine Verrauchung des Gesamtobjektes zur Folge haben kann. Sollte sich ein Schadenereignis auf der Weilhartlandesstraße (Gefahrgut) ereignen, verschärft sich die Situation durch die begrenzten Evakuierungsmöglichkeiten auf der Ostseite (Steilhang).
In einem verschlossenen Wandbehälter, der in der Nähe der Brandmeldeanlage montiert wird, findet die Feuerwehr Ostermiething eine Bewohner- und Personalliste vor. Damit kann die Vollständigkeit der evakuierten Bewohner überprüft werden und Pflegepersonal, das die Einsatzkräfte unterstützen soll, alarmiert werden.

Einsatztaktik Rotes Kreuz:

Die Einsatzleitung RK wird von der Besatzung des ersten Sanitätseinsatzwagen (SEW) gestellt.
Diese hat zwei vorrangige Ziele:

  • Festlegung der Patientenablage: Für die Evakuierung des Pflegeheims ist eine Patientenablage im Bereich Volksschule Hintereingang - innerhalb des Gebäudes optimal. Das heißt, das alle Patienten von der Feuerwehr direkt bis zur Volksschule gebracht werden. Im weiteren Einsatzverlauf können die Stellen der Sanitätshilfsstelle(SanHist) in den Räumen der Volksschule eingerichtet werden. Ob die Volksschule für diesen Zweck genutzt werden kann ist mit dem EL-Feuerwehr abzustimmen.

  • Festlegung des Wagenhalteplatzes: Die ersten eintreffenden Fahrzeuge sammeln sich auf dem Parkplatz vor der Volksschule. Hier wird ein Einbahnsystem für den Abtransport festgelegt. In weitere Folge kann ein vorgelagerter KFZ - Sammelplatz in Höhe Firma ADEG errichtet werden.

  • Weitere Vorgehensweise: Einteilung der Räume für die SanHist in der Volksschule durch den Einsatzleiter Einrichtung einer Material- und Meldestelle im Bereich des vorgelagerten KFZ - Sammelplatzes Zufahrt aller RK-Fahrzeuge über die Ortseinfahrt Süd, und Registrierung bei der Meldestelle

Sollte die Volksschule aufgrund des Brandausmaßes für die Errichtung der SanHist nicht nutzbar sein, so ist eine Errichtung derselben im Gebäude der Feuerwehr Ostermiething durchzuführen. Hier sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
Patientenablage in genügend großem Abstand zum Altersheim, mindestens im Bereich der Raiffeisenbank. Installierung aller SanHist Räume im Erdgeschoss und innerhalb des Gebäudes. Schaffung einer Durchfahrtsmöglichkeit durch das Gebäude, damit eine Einbahnregelung beim Abtransport installiert werden kann.

Übung am 5. Mai 2001:

Übungsannahme:

„Brand in der Wäscheküche des Bezirksalten- und Pflegeheimes. Rauchausbreitung in das Gesamtobjekt. Flash-Over und damit Brandausbreitung auf die Aussenfassade."

Folgende Einsatzkräfte der Feuerwehr nahmen an der Übung teil:

Feuerwehr Einsatzkräfte alarmiert eingetroffen Atemschutztrupp
Ostermiething 25 13.32 13.34 2
Ernsting 9 13.36 13.44 1
Tarsdorf 8 13.36 13.50 1
Energie AG 9 13.36 13.46 1
Tittmoning 21 13.36 13.50 2
Trimmelkam 17 13.45 13.53 2
St. Pantaleon 8 13.45 13.56 1
St. Radegund 8 13.45 13.59 1
Haigermoos 9 13.45 13.52 1
Franking entschuldigt
Oberndorf 2 13.46 14.03 --
Rotes Kreuz 36 13.37 13.43 --
Summe 152 12

Die Gesamtzahl der zu evakuierenden Personen (57) entspricht bereits einem Großschadensereignis. Vor allem die 22 Heimbewohner erzeugten ein realistisches Bild eines Einsatzes.

Fotos

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